Satzung

Satzung der St. Pankratius Schützenbruderschaft Glessen 1860/1956 e.V

§1 Name und Sitz

Die St. Pankratiusschützenbruderschaft 1860 e.V. Glessen ist eine Vereinigung christlicher Männer und Frauen, die sich zu den Grundsätzen und Zielen der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften bekennt. Durch diese Vereinigung, welche unter den Schutz des Heiligen Pankratius gestellt wurde, ist sie frei von allen politischen und wirtschaftlichen Gegensätzen. Die Bruderschaft hat ihren Sitz in Glessen und ist in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Bergheim eingetragen.

 

§ 2 Wesen und Aufgabe

Der Bruderschaftsgedanke besteht in dem Bekenntnis „Für Glaube, Sitte und Heimat“ und in der religiösen Lebensführung, um hierdurch zum Ausgleich sozialer Spannungen beizutragen.

 

§3 Gemeinnützigkeit

Die Bruderschaft verfolgt unmittelbar ausschließlich schützenbrüderliche, christliche und gemeinnützige Zwecke. Etwaige Gewinne dürfen nur zur Förderung des Bruderschaftslebens und zur Unterstützung karitativer Einrichtungen verwendet werden.

Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile oder sonstige Zuwendungen. Keine Person darf durch die Verwaltungsausgaben, die den Zwecken der Bruderschaft fremd sind, oder durch verhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Ausgeschiedene bzw. ausgeschlossene Mitglieder haben kein Anrecht auf Bruderschaftsvermögen.

 

§ 4 Mitgliedschaft

Mitglied kann jede männliche oder weibliche Person werden, die unbescholten ist, sich zu dem Programm der Bruderschaft verpflichtet und das 20. Lebensjahr vollendet hat.

Mit der Aufnahme in die Bruderschaft und durch die Annahme dieser Satzung verpflichten sich die Mitglieder auf die christlichen Grundsätze des Bundes und zur christlichen Lebenshaltung. Personen, deren Ehe geschieden wurde, aber einen geordneten Lebenswandel führen, können Mitglied werden.

Das Gesuch um Aufnahme ist an die Bruderschaft zu richten. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand. Die Mitgliedschaft endet bei Austritt, Tod oder Ausschluss. Der Beitrag für das laufende Geschäftsjahr ist beim Ausscheiden zu zahlen. Der Austritt ist schriftlich gegenüber der Bruderschaft zu erklären. Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund ist besonders dann gegeben, wenn das Mitglied das Ansehen und die Interessen der Bruderschaft und des Bundes schädigt, wenn es mit dem Beitrag ein Jahr im Rückstand ist, oder sich nicht mehr am Bruderschaftsleben beteiligt.Dem Mitglied ist vor dem Ausschluss das rechtliche Gehör zu gewähren.

Ein ausgeschlossenes Vorstandsmitglied scheidet mit der Rechtswirksamkeit der Ausschlussentscheidung aus seinem Amt aus.

Die Mitgliedschaft endet mit dem Tag des Ausschlusses. 8. Gegen die Entscheidung des Vorstandes hat das ausgeschlossene Mitglied das Recht auf Beschwerde bei dem Ehrengericht des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

 

§ 5 Pflichten und Rechte aus der Mitgliedschaft

  1. Jedes aktive Mitglied ist verpflichtet, den von der Mitgliederversammlung festgesetzten Jahresbeitrag zu zahlen und sich an allen weltlichen und kirchlichen Veranstaltungen der Bruderschaft zu beteiligen. Jedem Mitglied wird die Möglichkeit gegeben an Vorstandssitzungen teilzunehmen, allerdings ohne Stimmrecht bei Abstimmungen.
  2. Beim Begräbnis eines Bruderschaftsmitgliedes soll die Bruderschaft so stark wie möglich mit Fahne und in Schützentracht teilnehmen. Am Grabe ist ein Kranz nieder zu legen.
  3. Jedes aktive Mitglied hat nach einjähriger Mitgliedschaft das Recht auf den Königsschuss.

 

§ 6 Festlichkeiten und Veranstaltungen

Alljählich soll ein Schützenfest stattfinden. Der Zeitpunk des Festes wird vom Vorstand jeweils festgelegt. Es soll ein Volksfest sein, unter Beteiligung aller Klassen und Stände. Die Würde eines Schützenkönigs für ein Jahr steht jedem aktiven Mitglied offen, welches in einer geordneten christlichen Ehe lebt oder aber einen einwandfreien Lebenswandel führt. Der Schützenkönig setzt fünf Jahre mit dem Königsschießen aus. Eine andere Regelung kann bei mangelnder Beteiligung am Königsschießen kurzfristig vom Vorstand beschlossen werden. Zum Schützenfest feiert die Bruderschaft mit der Pfarrgemeinde St.Pankratius eine Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft. Zwei mal im Jahr (am Pankratius- und am Hubertustag) lädt die Bruderschaft alle Mitglieder zu einem gemeinsamen Kirchgang ein.

Die Schützenbruderschaft beteiligt sich an der nächtlichen Anbetung beim ewigen Gebet. Die Bruderschaft beteiligt sich in Schützentracht und mit Fahne an der Fronleichnamsprozession der Pfarre Die Bruderschaft tritt bei allen Festen entschieden für Sitte und Anstand ein.

 

§ 7 Organe der Bruderschaft

der Vorstand

die Mitgliederversammlung

 

§ 8 Der Vorstand besteht aus dem Geschäftsführenden und dem erweiterten Vorstand. a.) der Geschäftsführende

1. Brudermeister
2. stellv. Brudermeister
3. Geschäftsführer
4. Kassenwart
5. Schießmeister
6. Jungschützenmeister
7. Kommandant
8. Schriftführer und Archivar

b.) der Erweiterte

9. Präses
10. der amtierende König
11. der Fahnenträger
12. die Fahnenoffiziere
13. die Beisitzer
14. der Betreuer der Inaktiven

Die zu wählenden Mitglieder des Vorstandes werden auf vier Jahre gewählt. Der Vorstand bleibt bis zur Neuwahl im Amt. Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes erfolgt eine Ersatzwahl für den Rest der Amtszeit in der nächst folgender Mitgliederversammlung.

Der Brudermeister, der stellvertretende Brudermeister, der Kassenwart und der Geschäftsführer bilden den gesetzlichen Vorstand im Sinne des § 26 BGB

Je zwei Mitglieder des gesetzlichen Vorstandes sind befugt, die Schützenbruderschaft gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten.

Zur Beschlussfassung des Vorstandes genügt eine einfache Mehrheit.

Beim Eintreten eines Notstandes zur Sicherung und Durchführung notwendiger Angelegenheiten werden der gesetzliche Vorstand unter Hinzuziehung des jeweiligen Ressortführers innerhalb des Vorstandes ermächtigt, Beschlüsse zu fassen, für die sie dem Vorstand gegenüber nachträglich Rechenschaft ablegen müssen.

Die Amtsdauer des gesetzlichen Vorstandes erlischt mit der Eintragung des neu gewählten Vorstandes in das Vereinsregister.

 

§ 9 Aufgaben des Vorstandes

Aufgaben des Vorstandes sind: Führung der laufenden Geschäfte Rechnungslegung über das abgelaufene Geschäftsjahr. Aufstellung eines Haushaltsplanes, Tätigkeitsberichterstattung, Beschlussfassung über Aufnahmeanträge.

Ausschluss eines Mitgliedes mit einfacher Stimmenmehrheit. Wahl der Delegierten für Organe des Bundes Die Vorstandssitzungen werden vom 1. Brudermeister/ in Falle seiner Verhinderung vom stellvertretenden Brudermeister/ in einberufen und geleitet. Die Beschlüsse sind in ein Protokollbuch einzutragen.

 

§ 10 Mitgliederversammlung

Jährlich, möglichst Januar – Februar, ist die ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen.

Außerordentliche Mitgliederversammlungen können bei Bedarf vom ersten Brudermeister einberufen werden. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung muss einberufen werden, wenn 25% der Mitglieder unter Angabe der Gründe dies schriftlich beim ersten Brudermeister beantragen. Die Mitgliederversammlung wird vom ersten Brudermeister, im Falle seiner Verhinderung von seinem Stellvertreter einberufen und geleitet.

Zur Mitgliederversammlung ist mindestens eine Woche vorher schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einzuladen. Jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig. Abgestimmt wird durch Handzeichen, wenn die Versammlung nichts anderes beschließt.
Zur Annahme eines Beschlusses genügt die einfache Stimmenmehrheit. Bei der Wahl des Vorstandes, bei mehreren Vorschlägen, erfolgt die Wahl geheim

 

§ 11 Aufgaben der Mitgliederversammlung

Aufgaben der Mitgliederversammlung sind: Entgegennahme des Berichtes des abgelaufenen Geschäftsjahres

Tätigkeitsbericht – Rückblick

Geschäftsbericht, Bericht des Schatzmeisters, Bericht der Jungschützenabteilung

Bericht der Kassenprüfung

Entlastung des Vorstandes) Neuwahl – Wahl des Vorstandes

i) Vorschau – Haushaltsplan
j) Festsetzung der Mitgliederbeiträge
k) Änderung der Satzung
l) Sonstiges

Über eine Satzungsänderung oder Auflösung der Bruderschaft ist eine 3/4 Mehrheit der abgegebenen Stimmen aller Anwesenden erforderlich. Anträge und Beschlüsse sind in ein Protokollbuch einzutragen und vom Vorsitzenden bzw. Stellvertreter und Geschäftsführer zu unterzeichnen.

 

§12 Jungschützen

Jungen und Mädchen vom 8. bis zum vollendeten 20. Lebensjahr können aktiv Mitglied der Jungschützenabteilung werden, deren Rechte und Pflichten nach dem Grundgesetz der St.Sebastianus-Schützenjugend im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zu ordnen sind.

Die Altersklassen hierzu sehen folgendermaßen aus:

8 -11 Jahre Aufbaugruppe 12 – 15 Jahre Schülerschützen 16 – 20 Jahre Jungschützen

Alle Mitglieder der Jungschützenabteilung, die sich vor dem 21. Lebensjahr verehelichen, können aktiv in der Jungschützenabteilung verbleiben, oder als aktives bzw. inaktives Mitglied in die Bruderschaft übernommen werden. Ein Jüngschützenmeister organisiert und führt die Jungschützen der Bruderschaft. Er vertritt deren Interessen im Vorstand und der Mitgliederversammlung und trägt die Verantwortung für die Jungschützen.

Der stellvertretende Jüngschützenmeister wird zu den Vorstandssitzungen geladen und hat bei Abwesenheit des Jungschützenmeisters Stimmrecht. Der Beitrag wird an die Hauptkasse abgeführt. Jungschützen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nehmen beratend an den Mitgliederversammlungen teil, sind aber nicht stimmberechtigt.
Mit Beginn des 18. Lebensjahres werden Jungschützen vollberechtigte Mitglieder und sind stimmberechtigt. Der Jungschützenabteilung soll innerhalb der Bruderschaft eine gewisse Selbstständigkeit gewährt werden, untersteht aber voll und ganz der Bruderschaft.

 

§ 13 Mitgliederbeiträge

Mitgliederbeiträge können nur von der jährlichen Mitgliederversammlung festgesetzt werden.

 

§ 14 Schützenbrauchtum und Kultur

Die Bruderschaft pflegt das seit vielen Jahrhunderten von den historischen Bruderschaften ausgeübte Schießen auf Vögel und Sterne, desgleichen das althergebrachte Fähndelschwenken im Schützenzug und bei sonstigen öffentlichen Veranstaltungen. Der Vorstand hat darüber zu wachen, dass die alten Besitztümer der Bruderschaft, die wertvoll sind, insbesondere das Königssilber, Urkunden, Fahnen, die Chronik der Bruderschaft, sowie Protokollbücher, sorgfältig und sicher aufbewahrt werden. Die Bruderschaft beteiligt sich an der Pflege christlicher und geschichtlicher Kultur der Heimat.

 

§ 15 Sportschießen

Im Rahmen der Freizeitgestaltung pflegt die Bruderschaft das sportliche Schießen insbesondere für die Jungschützen und Schießgruppen nach den Bestimmungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Auch beteiligt sich die Bruderschaft an den sportlichen Schießwettkämpfen auf den verschiedenen Ebenen des Bundes

 

§ 16 Soziale Fürsorge

Die Bruderschaft schützt ihre Mitglieder durch eine Unfall- und Haftpflichtversicherung. Die Mitglieder verpflichten sich zur Hilfeleistung in Notfällen und im Krankheitsfalle durch Besuche und Beistand, um ihrer Fürsorgepflicht gerecht zu werden.

Mitgliedern, die in einer wirtschaftlichen Notlage sind, kann der Beitrag erlassen werden. Die Entscheidung hierüber liegt in den Händen des Vorstandes. Niemand darf wegen Bedürftigkeit von einer Mitgliedschaft ausgeschlossen werden.

 

§ 17 Auflösung der Bruderschaft

Über die Auflösung der Bruderschaft entscheidet eine Mitgliederversammlung, in der 2/3 aller Mitglieder anwesend sein müssen. Der Beschluss bedarf einer Mehrheit von 3/4 der abgegebenen Stimmen. Sind nicht 2/3 der Mitglieder anwesend, so ist innerhalb eines Monats nach der Mitgliederversammlung eine neue Mitgliederversammlung einzuberufen, die in jedem Falle beschlussfähig ist. Auch in diesem Fall ist eine 3/4 Mehrheit der Stimmen für den Auflösungsbeschluss erforderlich. Die Bruderschaft ist ohne Beschlussfassung aufzulösen, wenn die Zahl der Mitglieder unter 7 sinkt.
Bei Auflösung fällt das Vermögen der Bruderschaft, soweit es die eingezahlten Kapitalanteile der Mitglieder und den gemeinsamen Wert der von den Mitgliedern geleisteten Sacheinlagen übersteigt, der St.Pankratius Pfarre in Glessen zu. Diese soll das Vermögen verwalten und erhalten, alle etwaigen Sachwerte wie Fahnen, Königssilber, Gewehre und Urkunden, sowie Protokollbücher sorgfältig aufbewahren.

Über das Vermögen ist ein Inventarverzeichnis zu erstellen und dem zuständigen Bischof zu übergeben. Im Falle der Neugründung einer Bruderschaft in der Pfarre mit gleicher Zielsetzung, hat die Pfarre das Vermögen der Neugegründeten Bruderschaft zu übergeben.

 

§ 18 Inkrafttreten

Diese Satzung wurde in der Mitgliederversammlung vom 27.Januar 2006 ratifiziert und tritt mit der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft.