Glaube – Sitte – Heimat

Schützenbruderschaften früher wie heute: für Glaube – Sitte – Heimat

Wann sich im Umgang mit Waffen geübte Bürger zum ersten Mal zusammenschlossen und eine Schützengesellschaft gebildet haben, ist nicht bekannt. Schon die alten Germanen haben sich zu Männerbünden zusammengeschlossen, die sich eigene Regeln gaben und bestimmte Bräuche pflegten.

 

Die Bruderschaft schützte die Mitbürger

Die Idee der heutigen Schützenbruderschaften ist um das Jahr 1300 in Flandern entstanden. Wegen der oft ungeklärten politischen Situation der damaligen Zeit war es notwendig, sich selbst und seinen Besitz zu schützen. Der Begriff „Schützenbruderschaft“ beinhaltet also in erster Linie das Wort „schützen“ – nicht etwa „schießen“. Deswegen übten sich die Männer im Umgang mit Waffen.

Es war aber auch die Zeit der Stadtentwicklung. Was wir heute als anonyme Großstadt bezeichnen, wird im Mittelalter auf die Menschen ähnlich gewirkt haben. Also tat man sich zu Zünften und Gesellschaften zusammen um die sozialen Bedürfnisse pflegen zu können. Die geübten Schützen konnten dabei in der Bürgerwehr auch die Stadtverteidigung und -sicherung übernehmen.

In einer mittelalterlichen Stadt bestand immer die Gefahr eines Brandes. Viele der neu entstehenden Gesellschaften verpflichteten jedes Mitglied, über einen Löscheimer zu verfügen. Nur so konnte ein organisiertes Handeln das Schlimmste verhindern.

 

In der Gemeinschaft geborgen

Wer einer Zunft oder Bruderschaft angehörte, konnte sich darauf verlassen, dass diese Gemeinschaft ihn tragen würde, wenn er plötzlich verarmen sollte, ihm das Haus abbrannte oder er krank wurde.

Im Laufe der Jahre etablierten sich die Schützengesellschaften.

Natürlich wird sich mancher fragen, ob die Pflege solcher Traditionen noch zeitgemäß ist. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert. Nicht mehr das Dorf, die Gemeinde oder der Stadtteil ist unser Zuhause. Aber auch wer über die Grenzen der eigenen Stadt oder des eigenen Landes hinaus denkt, braucht einen Bezugspunkt, eine Heimat. Die Verbundenheit zum Wohnort schafft Bindungen unter den Menschen. Und das ist wichtig für die Lebendigkeit einer örtlichen Gemeinschaft.

Schützenbruderschaft – für viele ist dies ein Synonym für Schießen, Feiern, Feste oder verstaubte Tradition.

 

Christliche Werte

Schützenbruderschaft – dieser Begriff steht für den Erhalt christlicher Werte wie Glaube – Sitte und Heimat.

Einstehen für den Glauben bedeutet für Schützenbrüder und –schwestern, dass sie sich an christlichen Werten orientieren wollen – im privaten wie im öffentlichen Leben, durch tätige Nachbarschaftshilfe, als verantwortungsvoller Bürgern für das Gemeinwohl.