Geschichte

Glessener Schützen – Über 150 Jahre Tradition

Ein Blick in die Kirchenbücher beweist es: die Glessener Schützen könne auf eine lange Tradition blicken.

Das erste Mal wird die Bruderschaft 1860 erwähnt. Damals noch als „St. Sebastianus Schützenbruderschaft“ mit dem Zweck „sich im Schießen auszubilden und in den Erholungsstunden in Eintracht und anständiger Weise zu vergnügen“. Bedingt durch die beiden Weltkriege fehlten die Mitglieder und bedingten eine „Zwangspause“ im Vereinsgeschehen.

Ein neuer Anlauf

Am 22. Juli 1956 traf sich eine Gruppe von Glessener Männern zu einem ersten „Ausspracheabend“ in der Gaststätte Güsgen zur Neugründung, unter dem neuen Namen „St. Pankratius Schützenbruderschaft Glessen“.

Wie aus dem „Protokoll über die vorbereitenden Arbeiten zwecks Gründung der Glessener Schützenbruderschaft“ hervorgeht, stand die befreundete Bruderschaft aus Büsdorf mit Rat und Tat zur Seite, um eine ordentliche Satzung auf die Beine zu stellen.

Außerdem wurde festgehalten, welche Ansprüche 1956 die Gründungsmitglieder an eine Schützenbruderschaft stellten und welche Vorstellungen sie hiermit verbanden.

Auch die Geschehnisse aus der Gründungsphase vom 31. Mai bis zum 22. Juli 1956 kann man im Protokoll nachlesen.

 

Am 19. August 1956 wurde die Gründungsversammlung einberufen. Das erste Ziel, das sich die Gründungsmitglieder gaben, war die Errichtung eines Ehrenmales für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Präses Pfarrer Stadler hob in seiner Ansprache die Grundsätze der historischen Schützenbruderschaften heraus, die gestern wie heute aktuell sind: Glaube – Sitte – Heimat. Auch aus diesem Grund besteht die ursprüngliche Satzung bisher fast unverändert fort.

Endlich wieder Schützenfeste

Das erste Schützenfest fand vom 29. Juni bis zum 1. Juli 1957 statt und wurde von allen Glessenern als wahres Volksfest gefeiert. Seither findet das Schützenfest immer am letzten vollen Juni-Wochenende statt. Die Bruderschaft fand großen Zuspruch und konnte immer mehr Mitglieder begrüßen. Schon bald wurden eine Jungschützenabteilung sowie eine Aufbaugruppe für die jüngeren Mitglieder gebildet.

Das eigene Schützenhaus

Als die ursprünglichen Räumlichkeiten in der „Gaststätte Spenrath“ zu beengt wurden, wurde der Wunsch nach einem eigenen Schützenhaus wach. Mit tatkräftiger Unterstützung aller Mitglieder, vieler Helfer und Gönner entstand das neue Domizil „Im Heuchen“. Am 26. und 27. November 1976 konnte das Haus feierlich eingeweiht werden. Mit seinem (heute fast einzigartigen) Röhrenschießstand war es seinerzeit die modernste Schießanlage des Historischen Deutschen Schützenbundes in Nordrhein-Westfalen.

Damals wie heute trifft sich jung und alt hier beim gemütlichen Beisammensein, betreibt den Schießsport mit viel Begeisterung. Wer möchte, besucht auswärtige Schützenfeste und beteilig sich an den vielen Glessener Dorfveranstaltungen. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch drei Herren in unserer Bruderschaft aktiv und gestalten unser Schützenleben auch im Vorstand immer noch aktiv mit, worüber wir uns besonders freuen.

Am 3.12.2010 überreichte Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident a.D., seine die „Ehrenplakette für besonderes Engagement“. Stellvertretend für die St. Pankratius Schützenbruderschaft Glessen nahm Brudermeister Peter Richmann die Auszeichnung entgegen.

„Der Landtag Nordrhein-Westfalen zeichnet damit Menschen und Institutionen aus, die ohne wenn und aber für andere ihre Freizeit opfern.“, so Rüttgers.

Es sei leicht, eine Interessengemeinschaft mit vielen Mitgliedern in Hochzeiten zu gemeinsamen oder dem Gemeinwohl dienenden Aktivitäten zu motivieren. Dies aber auch in Zeiten zu tun, in denen sich nur wenige mit dem Angebot identifizieren, sei hoch anerkennenswert.

Nur durch dieses Engagement sei es möglich, einen Verein, eine Schützenbruderschaft über 150 Jahre lebendig zu erhalten.